KMLH

MH® Kinaesthetics an der Viktor-Frankl-Schule Frankfurt: ein ganzes Kollegium lernt Bewegung Projektlaufend

Rund 80 Menschen – Lehrkräfte, Pflege, Therapie, Ganztag – stützen, heben und begleiten jeden Tag Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Das geht auf den Rücken, und es entscheidet mit darüber, wie selbstständig die Kinder werden. Seit September 2026 lernt das Kollegium der Viktor-Frankl-Schule Frankfurt Schritt für Schritt, diese Bewegungen so zu gestalten, dass sie die eigene Gesundheit schützen und die Entwicklung der Kinder fördern. KMLH begleitet den mehrjährigen Prozess – mit Grundkursen, Praxisbegleitung, internen Multiplikator*innen und wissenschaftlicher Begleitung.

TypProjekt · laufend
SeitSeptember 2026 (Vorlauf seit 2017)
PartnerViktor-Frankl-Schule Frankfurt am Main – Förderschwerpunkte körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung und Lernen
Zielgruppedas gesamte Kollegium: Lehrkräfte, Kranken- und Sozialpflege, Therapeut*innen, pädagogische Fachkräfte im Ganztag
FormatGrundkurse in Gruppen, Aufbaukurse, Praxisbegleitung im Schulalltag, Zertifizierungskurs für interne Multiplikator*innen, jährliche Standortbestimmung
Trainerin vor OrtSonja Specht
Verantwortung KMLHUlrike Resch-Kröll (Implementierungsprozess) · Manuel Roier (wissenschaftliche Begleitung)

Ausgangslage

An der Viktor-Frankl-Schule in Frankfurt am Main werden Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung unterrichtet – in den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung und Lernen. Für die Erwachsenen bedeutet das: Bewegung ist Alltag. Kinder werden aus dem Bus begleitet, im Rollstuhl oder zu Fuß in die Gruppe genommen, im Morgenkreis, beim Essen, in der Pflege und in der Therapie unterstützt; Positionen wechseln über den Tag viele Male. Lehrkräfte, Pflegekräfte, Therapeut*innen und pädagogische Fachkräfte tun das jeweils aus ihrer Perspektive – und stoßen dabei auf dieselben Fragen: Wie unterstütze ich, ohne zu heben? Wie viel kann das Kind selbst?

Zwei Ziele hat die Schule für das Vorhaben formuliert: den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden – weniger Belastung, mehr Prävention – und die Lern- und Entwicklungsförderung der Schülerinnen und Schüler: Selbstständigkeit, Selbstwirksamkeit, Bewegungsentwicklung. Beides passt zum Leitbild der Schule, das jede Schülerin und jeden Schüler als „wertvoll und einzigartig“ beschreibt und die individuellen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt – und es passt zu MH® Kinaesthetics, das genau an diesen Fähigkeiten ansetzt.

Wie es dazu kam

Der Anfang war eine Elternschulung. 2017 lernten zwei Familien, deren Söhne die Viktor-Frankl-Schule besuchten, bei Sonja Specht zu Hause MH® Kinaesthetics kennen – und erlebten, was sich verändert, wenn ein Kind seine Bewegung selbst organisieren darf. Die Eltern trugen das in die Schule: „Das braucht das Personal hier.“ 2018 folgte ein erster Workshop für rund zwanzig Mitarbeitende aus Pädagogik, Pflege und Therapie. Nach einem Wechsel in der Schulleitung ruhte das Thema, bis sich 2024 eine Mitarbeiterin der Schule erneut meldete. 2025 arbeiteten drei multiprofessionelle Gruppen an je einem Workshop-Tag mit Sonja Specht – mit so positiven Rückmeldungen, dass die Schulleitung mehr wollte als einzelne Kurse: eine dauerhafte, strukturelle Verankerung.

Im Februar 2026 vereinbarten Schulleitung und KMLH in einem Planungsgespräch die Grundzüge; im März 2026 sammelten Schulleitung und mittleres Management in einem Planungsworkshop an der Schule, welche Anliegen, Themen und Aktivitäten das Kollegium selbst bearbeiten will – die Grundlage für den Zuschnitt der Kurse. Nach der Zustimmung der Gesamtkonferenz begann am 2. und 3. September 2026 der erste Grundkurs.

Was bisher geschah – und was als Nächstes ansteht

Nach derzeitigem Planungsstand qualifiziert die Schule über rund drei Jahre einen großen Teil ihres Kollegiums: etwa sechs Grundkurse in Gruppen von 14 bis 15 Personen, jeweils drei bis vier Kurstage mit einer Integrationsphase dazwischen, in der das Gelernte im Schulalltag integriert, reflektiert und erneut umgesetzt wird; anschließend Aufbaukurse mit dem Blick auf die Schülerinnen und Schüler – Bewegungsanalyse, Dokumentation, Handling. Praxisbegleitung in den realen Situationen des Schultags gehört von Anfang an dazu: zunächst durch die Trainerin, später zunehmend durch zertifizierte Kolleg*innen aus dem eigenen Haus. Dafür qualifiziert ein Zertifizierungskurs ab 2027 interne Multiplikator*innen aus mehreren Berufsgruppen, die die Umsetzung begleiten und Kinaesthetics im Curriculum verankern.

Der Rahmen ist das KMLH-Rückmeldemodell®: Schulleitung, Stufen- und Bereichsleitungen, Teams und Trainerin richten sich an der vereinbarten Absicht aus – Gesundheitsschutz, Lernförderung, Entlastung im Alltag – und stimmen Ziele und Maßnahmen in den bestehenden Führungs- und Teamformaten ab. Einmal im Jahr nimmt die Geschäftsführung von KMLH mit der Schule eine Standortbestimmung vor: Was waren die Ziele, wo stehen wir, was brauchen wir? Angedacht ist außerdem, die Eltern einzubeziehen, damit das, was in der Schule gelernt wird, auch zu Hause weitergeht.

Wissenschaftliche Begleitung: KMLH dokumentiert den Prozess wissenschaftlich – freiwillig für die Teilnehmenden und ausschließlich auf Gruppenebene ausgewertet. Über Ergebnisse berichten wir hier, sobald sie vorliegen.

Was das für Sie bedeutet

Als Schule oder Einrichtung: Das Projekt zeigt, wie MH® Kinaesthetics verankert wird – und nicht bei einem einzelnen Kurs stehen bleibt: mit Kursen für alle Berufsgruppen, Praxisbegleitung im Alltag, eigenen Multiplikator*innen und einer jährlichen Standortbestimmung. Als Fachkraft: Sie lernen an Ihren eigenen Situationen, nicht an fremden Beispielen. Nächster Schritt: Sprechen Sie mit uns über einen Grundkurs für Ihr Team – der Einstieg in jeden Implementierungsprozess.

Beteiligte

Quellen: Projektunterlagen KMLH 2026 (Planungsgespräch Schulleitung/KMLH 23.02.2026, Planungsworkshop 19.03.2026, Terminplanung); Leitbild der Viktor-Frankl-Schule Frankfurt; Expertinnen-Interview mit Sonja Specht, 20.08.2026 (KMLH).

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